Wir gratulieren der Staatlichen Grundschule Tannroda in Bad Berka (Thüringen) herzlich zum Gewinn des Deutschen Schulpreises!

Besonders freuen wir uns darüber, dass ein Konzept, das unserem eigenen sehr ähnlich ist, von der Jury und Bundeskanzler Friedrich Merz gewürdigt wurde. Die Auszeichnung zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert innovative und zukunftsorientierte Schulkonzepte für eine erfolgreiche Bildung haben können.

Wir gratulieren dem gesamten Team der Staatlichen Grundschule Tannroda zu dieser besonderen Auszeichnung!

15 nominierte Schulen waren im Rennen um den Deutschen Schulpreis 2026. Sieben von ihnen erhielten beim großen Finale am 29. September in Berlin einen Preis. Den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis überreichte Bundeskanzler Friedrich Merz an die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf in Hessen.

Fünf weitere Preise in Höhe von jeweils 30.000 Euro gingen an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg), die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern), das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Hessen), die Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen) und an die Staatliche Grundschule Tannroda in Bad Berka (Türingen).

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal die besten Schulen aus. Bundeskanzler Merz betonte auf der Preisverleihung, dass die kürzlich veröffentlichte PISA-Studie große Defizite in unserem Bildungssystem dokumentiert habe. Doch dies sei kein Grund zu Verzweifeln. Es sei die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft dafür zu sorgen, dass junge Menschen eine gute Ausbildung bekommen und vorbereitet werden für ihren Weg. Und es gebe sie, diese Schulen, diese Ideen, diese Eltern und diese Lehrerinnen und Lehrer, die dazu beitragen. Ich werde nicht müde zu sagen: Lehrerinnen und Lehrer sind die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes. Denn ganz einfach, und jetzt spreche ich mal als Vater und Großvater: Wir vertrauen ihnen das Wertvollste an, das wir haben, das sind unsere Kinder.

Staatliche Grundschule Tannroda in Bad Berka

Ort: Bad Berka, Thüringen
Schulart: Grundschule
Schulstufe: Primarstufe
Anzahl der Schülerinnen und Schüler: 106
Website: www.gs-tannroda.de

Die eher kleine Schule im ländlichen Raum ist über die Region hinaus bekannt, denn sie macht einiges anders als andere Schulen. So ist sie beispielsweise eine von nur zwei Schulen in ganz Thüringen, die vom Bildungsministerium die Genehmigung haben, in allen Jahrgangsstufen auf Ziffernnoten zu verzichten. Zur Bewertung nutzt die Grundschule eigene Leistungsrückmeldebögen. Im sogenannten Pflanzenwachstumsmodell wird in vier klar definierten Niveaustufen das Wachsen von Kompetenzen für Kinder, Eltern und Lehrkräfte verständlich visualisiert. Die Kinder lernen in altersgemischten Gruppen 1/2 und 3/4 in Lernhäusern, begleitet von einem Lehrkräfte-Haus-Tandem. Der Unterricht ist fächerübergreifend und projektorientiert. Eine weitere Besonderheit ist das Prinzip „Lernen braucht Bewegung“: Bewegungsphasen und Entspannungszeiten sind fest im Unterricht und in den Pausen verankert. Unterstützt wird das durch ein Raumkonzept mit Elementen nach dem Churermodell, die den Kindern sowohl Bewegung als auch Rückzug ermöglichen. Ein zentraler Lernort ist der Schulgarten. Hier können die Kinder theoretisches Lernen mit konkreten Erfahrungen in der Natur verbinden. Ein nächstes Entwicklungsziel im Rahmen des Gesundheits- und Bewegungskonzeptes ist die Anerkennung als Kneipp-Schule.

Das sagt die Jury:

Mit rund 100 Schülerinnen und Schülern und einem siebenköpfigen Kollegium zeigt die Staatliche Grundschule Tannroda in Bad Berka eindrucksvoll, dass Größe kein Maßstab für gelingende Schul- und Unterrichtsentwicklungist. Nach dem Motto „Lernen macht Spaß“ gestaltet die Ganztagsgrundschule einen Schulalltag, der Unterrichtsqualität, Bewegung und Gesundheit konsequent verbindet. In jahrgangsgemischten Lerngruppen ermöglichen klar strukturierte Tagesabläufe und vorbereitete Lernumgebungen ein stark individualisiertes Lernen und intensive Lernprozesse. Die Kinder arbeiten mit eigens entwickelten Materialien im Grundlagen- und Projektunterricht. Tägliches Training in den Kernkompetenzfächern, Lesezeiten, offene Lernformen sowie ein Bewegungs- und Gesundheitskonzept mit Kneippen, Bewegungskarten und Flitze-Pausen stärken die Selbstwirksamkeit der Kinder. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihr Lernen im Logbuch und bereiten ihre Lernentwicklungsgespräche selbstständig vor. Die Schule verzichtet auf Noten und setzt in der Leistungsrückmeldung auf ein anschauliches System, das Lernentwicklung mit Bildern sichtbar macht. Konsequente Teamarbeit und kollegiales Lernen treiben eine beeindruckende Unterrichtsentwicklung voran. Die beispielgebende Verschränkung mit dem Hort, die kluge Einbeziehung außerschulischer Partner und das familiäre Schulleben machen die kleine Grundschule zu einer großen Bereicherung für ihre Region.